Before it’s in fashion it’s in VOUGE

Ich gebe zu, als leidenschaftliche Blogschreiberin und Leserin bin ich vielleicht etwas voreingenommen, aber ich glaube beim Thema VOUGE bin ich womöglich doch nicht alleine, wenn ich sage: Es ist eine Hassliebe. Ich liebe Mode, ich liebe Luxus und ich informiere mich unheimlich gerne über die neuesten Fashion-Trends. Dabei geht es gar nicht so sehr um den Konsum dieser Sachen. Ich schaue es mir einfach gerne an. In meinen Augen alles gute Gründe, sich ab und zu ein High-End Fashion-Magazin wie die VOUGE zu gönnen (und bei einem stolzen Preis von knapp 7€ kann man das durchaus „gönnen“ nennen). Wäre ich nur nicht immer so enttäuscht danach.

„Before it’s in fashion it’s in VOUGE.“ Das war/ist/soll schon immer der Claim des bekanntesten Fashion-Magazins gewesen sein. Mal abgesehen von den niemals enden wollenden Werbeanzeigen auf den ersten 20 Seiten wird’s ja beim Text erst richtig gruselig. Für ein Magazin diesen Ausmaßes erwarte ich perfekt recherchierte Artikel von Menschen, die sich verdammt nochmal mit Mode auskennen. Was ich bekomme, sind maximal mittelmäßige Katalogbeschreibung. Oh und natürlich Werbung. Was ich mir dabei denke: Komisch, kenn ich schon seit Monaten. Gelesen auf Blog xy.

Als nächstes folgen Portraits von berühmten Menschen. Menschen, die so fernab von der Realität sind, dass man wirklich nicht für voll nehmen kann, was da aus denen rausgekitzelt wird. Es ist fast bemitleidenswert. Danach folgt – Werbung.

Aber wir geben die Hoffnung nicht auf, schließlich sind wir noch nicht beim Highlight jeder Ausgabe angekommen. Den Fashion Editorials. Fotostrecken mit bekannten Models, die bekannte Labels tragen. Fotografiert von bekannten Fotografen. Der Haken: Alles an diesen Bildern ist so überinszeniert und gewollt in die Kunst-Nische gepresst, dass es in den meisten Fällen nicht mal aus rein ästhetischer Sicht wertvoll ist. Ich will jetzt nicht „hässlich“ sagen. Kunst ist nicht immer schön. Aber Kunst hat eine Geschichte, ein Thema,  soll Emotionen auf eine abstrakte Art und Weise in Bildern transportieren und und und. Was ich sehe ist einfach nur lächerlich. Und dabei geht es hier nicht darum, ob die Sachen tragbar oder bezahlbar sind. Es geht darum, gefesselt zu werden. Aus Kleidung etwas zu inszenieren, was mich irgendwie bewegt. Was es mir gibt? Rein gar nichts. Verdammt es ist hässlich.

Bevor es zu den Koch-/Reise-/Wochenend-Trips geht erst noch ein aller letztes Mal durch die Werbung blättern. Aus reiner Fairness zähle ich die „redaktionellen Inhalte“ jetzt mal nicht als Werbung mit, wobei sie im Grunde nichts anderes sind als das. Werbung. Aber Moment. Was bleibt denn dann noch übrig in diesem Hochglanz-Fashion-Magazin? Ja richtig. Nix…

Die letzte Seite. Ich will fast „puh geschafft“ denken, versuche noch, dem Ganzen etwas Positives abzugewinnen, damit die knapp 7€ nicht für den Gulli waren, aber wenn ich ehrlich bin, dann ist da eigentlich nur eins. Enttäuschung.

 

Von Julia Molitor

Julia Molitor

Ich bin Julia, oder lieber Julie. Ich arbeite als freie Social Media Beraterin und blogge auf fashionattitude über Mode und so'n Kram. Außerdem sagt man mir einen ausgeprägten Hang zu #girlboss-Attitude nach. Ich nehme alle Menschen wie sie sind, bin angezogen von Vielschichtigkeit und deshalb Down to Mars.

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