"Michaela Zimmermann" / www.jugendfotos.de

Raus aus dem Motivationsloch!

Die Zeilen die ihr hier zu lesen bekommt haben lange auf sich warten lassen. Schon vor einem Monat hatte ich mit Martin darüber gesprochen, einen Artikel über das Thema Motivation zu schreiben. Und auch jetzt in diesem Moment ist es nicht gerade die Motivation, die mich dazu antreibt zu schreiben, sondern eher mein schlechtes Gewissen.

Und das ist ja bekanntlich immer der größte Antrieb den man haben kann. Warum ich das erzähle? Ganz einfach. Obwohl ich von mir selbst behaupte, ein disziplinierter und motivierter Mensch zu sein, habe auch ich so meine Punkte, an denen ich mich herrlich selbst verarschen kann. Und ich glaube keinem Menschen, der sich vor mich stellt und mir erzählt, dass er 24/7 voller Energie und Tatendrang ist und niemals nie nicht irgendwas vor sich herschiebt.

Wie bei fast allem im Leben lautet hier die Devise: Einmal ist keinmal. Die Kunst besteht also darin, so schnell wie möglich wieder aus diesem gemeinen Motivationsloch aufzustehen.

Ich möchte nicht groß Fachsimpeln. Aber zwei Begriffe, die das Ganze vielleicht ein bisschen deutlicher machen. Man spricht von zwei  Arten von Motivation. Es gibt die extrinsische Motivation, also Dinge wie Geld, Lob, Anerkennung. Und dann ist da die intrinsische Motivation. Das Gefühl, das dich antreibt etwas zu tun, weil es dein Herzenswunsch ist. Der Grund, warum du morgens aufstehst. Ich finde diese Unterteilung sehr interessant, weil beide Wege unterschiedliche Ansatzpunkte bieten. Eine intrinsische Motivation kann niemals von außen erzeugt werden. Sie ernährt sich nicht von so banalen Sachen wie Belohnungen a la Shoppingtrip oder lächerliche to-do Listen abhaken. Ich bin übrigens überhaupt kein Freund von solchen Methoden. Man liest zwar ständig von diesen kleinen Tipps, aber anscheinend helfen sie ja auch nicht wirklich, sonst wäre das alles hier ja kein Thema mehr.

Vor einiger Zeit habe ich in einer Studie darüber gelesen, dass Gehaltserhöhungen für maximal drei Monate die Leistung der Mitarbeiter steigern. Danach ist die Motivation durch die zusätzliche Finanzspritze wieder genauso ausgeprägt wie vorher. Nämlich gar nicht. Ganz klar woran das liegt: Geld ist (in den meisten Fällen) etwas extrinsisch motiviertes. Das funktioniert nicht.

Wo ist also die verdammte Lösung?

Die meisten von uns studieren oder stehen bereits im Berufsleben. Ich lerne wirklich gerne neue Menschen kennen und bin neugierig auf ihre Geschichte und auch auf das, was sie motiviert, genau das zu tun, was sie tun. Es ist erschreckend, wie viele junge Menschen einfach „mal gucken“ wollen. Ich meine damit nicht, dass man einen ausgetüftelten Lebensplan haben muss der jeden Tag bis ins kleinste Detail geplant ist, aber es reicht auch nicht zu wissen, dass was man weiß, was man nicht will.

Nicht einen einzigen Tag bin ich mit einem schlechten Bauchgefühl zur Arbeit gefahren oder habe mich morgens beim Aufstehen gefragt, was das alles denn genau soll. Ich muss zugeben, ich hatte Glück, war zur richtigen Zeit am richtigen Ort und hatte genug Mut. Das Leben war gut zu mir. Aber jeder Mensch hat zu jedem Zeitpunkt in seinem Leben die Möglichkeit zu entscheiden, ob das, was er macht, das Richtige ist. Die Frage ist nur, ob er bereit ist, den Preis für die Veränderung zu zahlen.

Es klingt furchtbar klischeehaft und ausgelutscht. Aber wenn man genau das tut, was einen glücklich macht, dann ist es egal, ob man dafür viel Geld bekommt oder nicht, ob man Lob erntet oder Kritik. Dann ist man intrinsisch motiviert, hat das große Ganze im Auge und muss sich nicht ständig über sich selbst ärgern, weil man gerade wieder im Internet rumgammelt anstatt to-do Listen abzuhaken.

Von Julia Molitor

Julia Molitor

Ich bin Julia, oder lieber Julie. Ich arbeite als freie Social Media Beraterin und blogge auf fashionattitude über Mode und so'n Kram. Außerdem sagt man mir einen ausgeprägten Hang zu #girlboss-Attitude nach. Ich nehme alle Menschen wie sie sind, bin angezogen von Vielschichtigkeit und deshalb Down to Mars.

2 Kommentare

  1. da ist wirklich viel wahres dran, ich find den artikel richtig gut gelungen. kompliment! :)

    http://irgendwomittendrin.blogspot.de/

  2. Super Beitrag. Ganz klar auf den Punkt gebracht. Ich stelle mir immer die Frage ob ich das, was ich tue, die nächsten 10 Jahre machen würde, ohne einen Cent dafür zu bekommen. Zum Glück mache ich das Richtige.

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