Wenn man uns denn lässt!

Unsere Gastautorin, Julia Molitor, gedankenwandelt zum Generationskonflikt und wie es uns gelingen kann, darüber hinauszuwachsen und mit unserer Persönlichkeit selbst Zeichen zu setzen.

Was, wenn unsere Gesellschaft ein Haufen von Verrückten ist und diejenigen, die als verrückt bezeichnet werden, eigentlich die „Normalen“ sind? Muss man nicht irgendwie verrückt sein, um in der heutigen Welt seinen Platz zu finden? Zwischen 9-to-5-Jobs, Cluburlauben und Reihenhäusern?

Kein Wunder, dass unsere „Generation Y“ so belächelt wird! Immerhin machen wir es anders. Und anders ist schlecht, weil Bewährtes gut ist. Weil es das immer war.

Wenn ich daran denke, dass ich für den Rest meines Lebens jeden Tag in das gleiche Büro fahre, um den gleichen Job zu machen, dann wird mir ganz anders. Wenn ich mir vorstelle, ein Leben leben zu müssen, das tausend andere Menschen ebenfalls leben, dann muss ich mich doch fragen, wozu das alles? Warum ist es schlecht, mit 26 noch keine Kinder und keinen Ehemann zu haben?

Warum ist es schlecht, nach Selbstbestimmung zu streben? Warum lässt man es uns nicht einfach anders machen. Vielleicht sogar besser? Besser als unsere Eltern, die einfach keine anderen Möglichkeiten hatten? Warum betitelt man uns als eine neue Generation, der man unterstellt, sie wüsste nicht was sie will? Vielleicht weiß sie das ja ziemlich genau, nur gibt es (noch) keinen Platz für uns in diesem verstaubten Konstrukt?

Ich habe keine Antwort auf diese Generationsfrage, aber ich wehre mich dagegen, als bemitleidenswert abgestempelt zu werden.

Wir müssen nicht mehr ums Überleben kämpfen oder einen Partner finden, der uns versorgt. Unsere Grundbedürfnisse sind weitestgehend befriedigt. Wir haben den Luxus – und gleichzeitig das Pech – uns mit etwas ganz anderem auseinander setzten zu müssen. Mit uns selbst. Mit unseren Wünschen und Bedürfnissen. Ich bin mir sicher, dass auch ältere Generationen sich da nicht ohne Probleme durchgekämpft hätten.

Man kann hier jetzt wieder das berühmte Jammern auf hohem Niveau in den Fokus rücken. Man kann es uns aber auch einfach mal gönnen, die Freiheit zu haben, unsere Persönlichkeit in den Fokus rücken zu dürfen, um damit Innovation und Individualismus zu schaffen, während wir heute mit ganz anderen Entscheidungen konfrontiert werden.

Wenn man uns denn lässt!

Von Julia Molitor

Julia Molitor

Ich bin Julia, oder lieber Julie. Ich arbeite als freie Social Media Beraterin und blogge auf fashionattitude über Mode und so'n Kram. Außerdem sagt man mir einen ausgeprägten Hang zu #girlboss-Attitude nach. Ich nehme alle Menschen wie sie sind, bin angezogen von Vielschichtigkeit und deshalb Down to Mars.

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